Der Katzenschutzbund für Düsseldorf und Umgebung
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Nachrichtlich an:

Monika Piasetzky - Vorsitzende Tierschutzverein Düsseldorf Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Klaus Meyer - Leiter Veterinäramt Stadt Düsseldorf Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Thomas Geisel - Oberbürgermeister der Stadt Düsseldorf Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Rüdiger Gutt - CDU Fraktionsvorsitzender Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Markus Raub - SPD Fraktionsvorsitzender Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Philipp Tacer - Umweltausschuss Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Ursula Holtmann-Schnieder - Sprecherin Umweltausschuss Stadt Düsseldorf Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Manfred Neuenhaus - FDP Fraktionsvorsitzender Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Angela Hebeler - Grüne Sprecherin Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Norbert Czerwinski - Grüne Sprecher Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Ben Klar - Presse Linke Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Frank Grenda - Piratenpartei Deutschland Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

Sehr geehrte Frau Völkel,
sehr geehrte Frau Gilles,
sehr geehrte Frau Görtz,

in den letzten zwei Wochen sind die unten genannten Artikel zur Freigängerverordnung (Kastrations-, Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für Freigängerkatzen) in der lokalen Presse erschienen, für die Sie jeweils als Autor genannt sind.

Nach der Lektüre erscheint es uns notwendig, einige kritische Anmerkungen zur sachlichen Richtig- und Klarstellung zu machen.

Richtig ist: es gibt die FreigängerVO seit Ende Dezember 2016.

Anmerkung: Beschluss durch den Rat der Stadt Düsseldorf im April 2016. Veröffentlichung im Amtsblatt mit Rechtskraft: Dezember 2016.

Es gibt bisher keine offizielle Verlautbarung der Stadt bzw. des Presseamtes zu dem Thema.

Der KSB Düsseldorf pflegt eine enge Zusammenarbeit mit dem Veterinäramt und hat mit ihm vereinbart, zusammen einen Info-Flyer herauszugeben. Leider ist das Veterinäramt personell nicht so aufgestellt, um dieses Vorhaben zeitnah zu realisieren, das gilt auch für die Einrichtung einer eigenen Datenbank, in der die Freigängerkatzen online registriert werden sollen. Bisher gibt es nur eine Meldemöglichkeit per Telefon oder Mail oder Brief.

Eine Anfrage im Umweltausschuss der Stadt zum Sachstand der Verordnung (s. Anlage) wurde von der Beigeordneten Stulgies dahin gehend beantwortet (Sept. 2017): Anzahl der Anmeldungen 43 (!), Anzahl der Kastrationen unbekannt, Merkblatt in Planung.

Die schleppende Umsetzung sind u.E. mitverursacht durch die Entscheidung, für die Düsseldorfer Freigängerkatzen ein eigenes, beim Veterinäramt zu führendes Register einzurichten und sich nicht der Möglichkeiten der kostenlosen Registrierung bei Tasso oder beim Deutschen Haustierregister FINDEFIX zu bedienen. Diese Entscheidung erscheint bezüglich Tasso noch einigermaßen nachvollziehbar, da Tasso zwar Verein, aber nicht gemeinnützig ist. Das Deutsche Haustierregister dagegen ist gemeinnützig. Andere Kommunen, die eine FreigängerVO eingeführt haben, bedienen sich der vorhandenen und eingeführten Registrierungsorganisationen.

Die Düsseldorfer Entscheidung, ein eigenes Register einrichten und führen zu wollen, verursacht u.E. unnötigen Sach- und Personalaufwand und macht für die betroffenen Tierbesitzer eine Doppelregistrierung notwendig; dennoch muss diese Regelung der VO vom Veterinäramt umgesetzt und realisiert werden.

Der Katzenschutzbund Düsseldorf hat daraufhin im September 2017 einen eigenen Flyer zur Kastrations- Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für Freigängerkatzen herausgegeben, der an die Düsseldorfer Tierärzte, einige Tierfutterhandlungen und an einigen sog. Hotspots bereits verteilt wurde.

Das eigentliche Problem, zu dessen Lösung die FreigängerVO beitragen soll, ist jedoch nicht die Einrichtung eines Registers mit Meldedaten, sondern die Begrenzung und Verminderung des Populationsanstiegs bei den Streunerkatzen. Diese verwildert lebenden Katzen stammen letztendlich von Hauskatzen ab, deren Vermehrung nicht kontrolliert wurde und die durch den zwangsläufigen Kontakt mit Streunern fortlaufend zur Vermehrung beitragen.

Der Katzenschutzbund und die in Düsseldorf tätigen Tierschutzvereine führen seit Jahren Fang- und Kastrationsaktionen freilebender Katzen sowie tierärztliche Versorgung kranker Tiere durch und richten Futterstellen für diese ein. Diese Maßnahmen konnten bisher jedoch keine ausreichende Abhilfe schaffen. Eine Mitwirkungsverpflichtung der Tierhalter, die ihren Katzen ungesicherten Freigang gewähren, ist daher zwingend notwendig.

Die Entscheidung zum Erlass einer FreigängerVO basiert jedoch nicht nur auf dem Tierschutzgedanken, der allerdings seit 2002 als Staatsziel im Grundgesetz verankert ist und damit Verfassungsrang hat (Art. 20a GG). Es gibt auch handfeste wirtschaftliche Gründe, weil die rasante Vermehrung herrenloser Katzen zu einer Überbelegung von Tierheimen führte und viele Tierschutzvereine in eklatante finanzielle Schieflage brachte. Nicht wenige Tierheime mussten in den vergangenen Jahren aus finanziellen Gründen schließen, viele andere konnten sich nur durch große Spenden oder Erbschaften über Wasser halten. Auch für die Kommune bedeutet die FreigängerVO langfristig eine finanzielle Entlastung: es werden weniger Tiere im Tierheim landen. Und über das Fundrecht ist die Kommune gesetzlich verpflichtet, diese tiergerecht unterzubringen und die Kosten zu tragen.

Weniger heimatlose Katzen bedeuten also nicht nur weniger Tierleid, sondern auch finanzielle Einsparungen der Kommune.

Vor diesem Hintergrund ist insbesondere der Kommentar von K. Gilles besonders ärgerlich. "Tierwohl in allen Ehren, aber alles hat seine Grenzen." Diese Aussage wird wohl aufgrund der Einschätzung gemacht, dass die Autorin das mögliche Bußgeld für unangemessen hoch hält. Das verkennt die wirtschaftliche Dimension des Problems, wie oben beschrieben.
Die FreigängerVO ist kein Instrument, um irgendwelchen Tierschutz-Gutmenschen eine Freude zu machen, sondern sie würdigt ein Staatsziel von Verfassungsrang und trägt außerdem nachhaltig zur Entlastung des kommunalen Haushalts bei.

Wir brauchen eine umfassende Aufklärung der Bevölkerung über die FreigängerVO und die daraus resultierende Verpflichtung der Tierhalter. Dazu sind wir auf die Mitwirkung der Presse und der sozialen Medien angewiesen. Der normale Tierhalter ist nicht vom Bußgeld in der im Kommentar beklagten Höhe bedroht. Diese Sanktionen haben im Ernstfall lediglich unbelehrbare und ggf. gewinnmaximierende Katzenvermehrer zu befürchten.

Wir hoffen mit diesen Ausführungen zum Verständnis des Sachverhaltes und der Zusammenhänge beizutragen und stehen jederzeit gerne für Gespräche und Erläuterungen zur Verfügung. Wir freuen uns über jede sachgerechte Berichterstattung und laden Sie herzlich ein, sowohl an unseren regelmäßigen Vereinsveranstaltungen teilzunehmen als auch uns bei Fangaktionen und an Futterstellen zu begleiten.

Mit den besten Grüßen
Im Namen des Vorstandes des Katzenschutzbund Düsseldorf e.V.
Uschi Boell

8. Oktober 2017: (siehe Presseartikel)
Autor: Annic Völkel Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

16.10.2017: https://www.nrz.de/staedte/duesseldorf/kastrationspflicht-ist-bei-den-buergern-nicht-angekommen-id212255231.html
Autor: Katharina Gilles - Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

19.10.2017: Rheinbote - Kommentar (siehe Presseartikel)
Autor: Christina Görtz - Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Sachstandsbericht Verordnung zum Schutz freilebender Katzen

Flyer des Katzenschutzbund Düsseldorf zur Kastrationspflicht