Die Düssel-Katzen gehen stiften PDF Drucken

Stiftung Düssel-KatzenSie haben ziemlich viel Geld übrig und wissen momentan nicht so recht, wohin damit? Gehen Sie damit stiften – zwar ein alter Gag, aber heute aktueller denn je. Die Idee, Vermögen für sinnvolle Projekte zu verwenden, greift immer mehr um sich. Zwar kann man bei Tierschutzvereinen nicht unbedingt Vermögen erwarten, aber gelegentlich wird ein Verein doch in Testamenten bedacht und hat dann überraschend größere Summen zur Verfügung. Und dann -  was damit anfangen? Gut, man kann große Projekte starten - ein Katzenschutzverein beispielsweise ein Katzenhaus errichten oder die gesamte Katzenpopulation einer Großstadt einfangen und kastrieren lassen. Aber ersteres zieht unübersehbare Folgekosten und bürokratischen Aufwand nach sich und letzteres dürfte an der erforderlichen Anzahl an Aktiven scheitern. Auf der “hohen Kante” kann man das Geld übrigens auch nicht liegen lassen, weil das Geld „zeitnah“ ausgegeben werden muss; denn sonst meldet sich das Finanzamt und droht mit dem Entzug der Gemeinnützigkeit.

Der Katzenschutzbund Düsseldorf, durch Erbschaften plötzlich in den Besitz eines erfreulichen finanziellen Polsters gekommen, entschied sich daher für eine andere Lösung, nämlich die Gründung einer Stiftung. Nachdem auch die Mitglieder während der letzten Jahreshauptversammlung diesem Vorhaben zugestimmt hatten, stand dem Unternehmen nichts mehr im Wege. Am Samstag, den 25. Oktober 2008 war es dann soweit. Im Rahmen der 3. Stiftertage der Stadtsparkasse Düsseldorf erfolgte während des Mittagstalks die Übergabe der Stiftungsurkunde durch Dorothea Növer von der Bezirksregierung Düsseldorf an Rudi Wolff, den Vorsitzenden des Katzenschutzbundes.

Michael Nießen - Leiter Institutionelle Kunden/Stiftungen der Stadtsparkasse Düsseldorf -  Moderator der Talkrunde, konnte es sich nicht verkneifen darauf hinzuweisen, dass dank der guten Zusammenarbeit des Kompetenz-Centers Stiftungen mit dem Stiftungsdezernat der Bezirksregierung und den Stiftungen selbst, der Katzenschutzbund die schnellste Stiftung der letzten Jahre ins Leben rufen konnte, und zwar innerhalb von 10 Tagen.

Die Vorstandsmitglieder der „Stiftung Düssel-Katzen“, Rudi Wolff, Ulla Wolff, RA Birgit Oer, Sonja Meier und Armin Friesendorf dürfen sich jetzt nicht nur über einen gesicherten finanziellen Zufluss für den Tierschutz freuen, sondern auch, laut Statements der Talkrunde, über ein glücklicheres Leben. So sollen Stiftungen zwar süchtig, aber auch glücklich machen und Stifter eine um 7 % höhere Lebenserwartung haben. Hoffen wir also, dass die Gäste der Talkrunde, Heiner Kamps (Heiner Kamps Stiftung „Brot gegen Not“), Dr. Jens Schiffer (Spezialist für Stiftungsrecht), Dr. Axel Mittelstaedt (Franziskus-Stiftung), Dr. Ambros Schindler (Leiter des Deutschen Stiftungszentrums), Dipl.-Päd. Suzanne Oetker-von Franquet (Vorstandsvorsitzende der BürgerStiftung Düsseldorf) und Ursula Vaassen (Don Bosco Stiftung) mit ihren Aussagen Recht haben.
                                               
Vielleicht noch eine Schlussbemerkung zum Stiftungszweck selbst. Der gesamte Erlös fließt ausschließlich dem Katzenschutzbund Düsseldorf, also dem Tierschutz zu. Schaut man sich die anderen Stiftungen der Ausstellung an, die sich im Sozialbereich, für Wissenschaft, Forschung, Bildung, Kunst und Kultur engagieren, wird oft kritisiert, wieso man sich so sehr um die Tiere kümmert, wenn es noch so viel menschliches Elend gibt. Darauf kann man nur antworten, man kann das eine tun ohne das andere zu lassen. Wer die Tiere verachtet, dürfte auch für die Menschen nicht allzu viel übrig haben.

In der Fotogalerie sind noch einige zusätzliche Bilder zu finden.

Armin Friesendorf